Gabriele Kaiser
Hommericher Straße 10
D-51789 Lindlar
Tel.: 02207-912 69 50
Mein Weg zur Hundeerziehung
Meinen ersten Hund bekam ich mit 8 Jahren. Aber so richtig angefangen
hat "alles" 1996.
1996 zog es mich aufs Land. Im Verlauf der folgenden Jahre hielten insgesamt 5 Katzen, drei Hunde, ein Star, eine Wildente und ein Feldhase Einzug. Ich ging mit großem Spaß zur Hundeschule. Alles war in Ordnung. Bis - ja, bis Kaiko kam.
Mit dem Akita fing alles an.
Rasse
bedingt an Stolz und Ignoranz kaum zu übertreffen, mit großer Jagdleidenschaft
ausgestattet, sehr sensibel gegen jede Art von Druck und Zwang und unempfindlich
gegen Schmeicheleien... Doch ich hatte mich ausführlich über
die Rasse informiert und fühlte mich mit einer guten Hundeschule
im Rücken bestens gewappnet.
Schon in den Welpenspielstunden entwickelte sich Kaiko zum Raufer. Statt Gegensteuern folgte der Rauswurf: Kaiko sei nicht auf Artgenossen sozialisierbar, ich solle künftig jeden Kontakt zu anderen Hunden vermeiden und mich - sollte es doch mal zu einer Hundebegegnungen im Wald kommen - mit der Leine um den nächsten Baum wickeln
Zu diesem Zeitpunkt war Kaiko etwa 5 Monate alt.
Für mich begann eine Odyssee durch die Hundeschulen. Doch kein Trainer kam mit seiner jeweiligen "Methode" bei Kaiko weiter. Ich blieb mit meinem "Problem" allein.
Ein
Leben ohne kontrollierten und friedlichen Kontakt zu Artgenossen
war für mich für (m)einen Hund undenkbar. Also besuchte ich zahlreiche
Seminare für Hundetrainer und -Ausbilder und begann, mich intensiv mit
Hundeerziehung auseinander zu setzen. Mein Ziel war es, Kaiko selbst zu
erziehen, um ihm ein artgerechtes Hundeleben, mit Freilauf und Sozialkontakt
zu anderen Hunden, zu ermöglichen.
Dann
kam Banshu ins Haus und damit ein ganz anderes Problem: Banshu
hatte Angst, vor allem und jedem. Der kleinste Anlass versetzte sie regelrecht
in Panik. Manchmal reichte schon der Anblick einer Einkaufstüte - und
die 17 Wochen alte Hündin floh. Immer wieder war sie auf der Flucht,
manchmal tagelang, und versteckte sich in den Wäldern. Nichts und niemand
kam an sie heran.
Erziehungskurse und Trainingsstunden brachten keine Veränderung. Die Meinungen reichten von nichts mehr zu machen bis Gehirntumor.
Das war 2001.
Heute
mag ich nicht daran denken, wie mein Leben mit diesen beiden Hunden aussehen
würde, hätte ich damals aufgegeben. Durch Kaiko und Banshu habe ich mehr
von Hundeerziehung erfahren und weit mehr über Hunde gelernt, als ich
je geahnt hätte.
Inzwischen bin ich selbst als Hundetrainerin tätig. Lob und Anerkennung von Trainerkollegen und -Ausbildern für meine Hunde - für Bindung und Erziehung, ihr friedliches, ausgeglichenes Wesen und für meinen respektvollen Umgang mit ihnen -, bestärken mich in dieser Entscheidung immer wieder aufs Neue.
Bis heute habe ich die Arbeitsweisen vieler Hundeschulen und -Trainer kennen gelernt, zahlreiche Fortbildungsseminare und -Workshops besucht und Praktika bei namhaften Hundetrainern absolviert. Doch meine besten Lehrmeister waren diese beiden Hunde.
Kaiko
und Banshu begleiten mich überall hin ob auf Reisen zu Seminaren,
in die Stadt oder auf den Hundeplatz, wo sie entspannt neben Artgenossen
dösen. Und selbst in noch so wildreichen Gegenden können sie stets ohne
Leine laufen und das entgegen aller einstigen "Erziehungsratschläge"
ohne den Einsatz von Starkzwangmitteln, die für mich nicht in Frage kommen.
Unser Verhältnis basiert auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen.
Und auch wenn in der Erziehung eines Akita aufgrund seines stolzen, starken und eigenwilligen Charakters niemals die "Perfektion" vieler anderer Hunderassen erreicht werden kann, so können sie heute alle Freiheiten genießen, die ihnen ein artgemäßes Hundeleben ermöglichen.
Das war mein Ziel.
Und
das sind auch mein Anspruch und meine Zielsetzung in meiner Tätigkeit
als Hundeerzieherin: die Erziehung sozial und Umwelt sicherer Familien-
und Begleithunde in einer vertrauens- und respektvollen Gemeinschaft mit
ihrem Menschen - um beiden ein harmonisches Zusammenleben mit vielen Freiheiten
zu ermöglichen.
© 2012 Gabriele Kaiser
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