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Mein Weg zur Hundeerziehung


Meinen ersten Hund bekam ich mit 8 Jahren. Aber so richtig angefangen hat "alles" 1996.

1996 zog es mich aufs Land. Im Verlauf der folgenden Jahre hielten insgesamt 5 Katzen, drei Hunde, ein Star, eine Wildente und ein Feldhase Einzug. Ich ging mit großem Spaß zur Hundeschule. Alles war in Ordnung. Bis - ja, bis Kaiko kam.

Mit dem Akita fing alles an.

WelpeRasse bedingt an Stolz und Ignoranz kaum zu übertreffen, mit großer Jagdleidenschaft ausgestattet, sehr sensibel gegen jede Art von Druck und Zwang und unempfindlich gegen Schmeicheleien... Doch ich hatte mich ausführlich über die Rasse informiert und fühlte mich mit einer guten Hundeschule im Rücken bestens gewappnet.

Schon in den Welpenspielstunden entwickelte sich Kaiko zum Raufer. Statt Gegensteuern folgte der Rauswurf: Kaiko sei nicht auf Artgenossen sozialisierbar, ich solle künftig jeden Kontakt zu anderen Hunden vermeiden und mich - sollte es doch mal zu einer Hundebegegnungen im Wald kommen - mit der Leine um den nächsten Baum wickeln…

Zu diesem Zeitpunkt war Kaiko etwa 5 Monate alt.

Für mich begann eine Odyssee durch die Hundeschulen. Doch kein Trainer kam mit seiner jeweiligen "Methode" bei Kaiko weiter. Ich blieb mit meinem "Problem" allein.

SpielEin Leben ohne – kontrollierten und friedlichen – Kontakt zu Artgenossen war für mich für (m)einen Hund undenkbar. Also besuchte ich zahlreiche Seminare für Hundetrainer und -Ausbilder und begann, mich intensiv mit Hundeerziehung auseinander zu setzen. Mein Ziel war es, Kaiko selbst zu erziehen, um ihm ein artgerechtes Hundeleben, mit Freilauf und Sozialkontakt zu anderen Hunden, zu ermöglichen.

BanshuDann kam Banshu ins Haus – und damit ein ganz anderes Problem: Banshu hatte Angst, vor allem und jedem. Der kleinste Anlass versetzte sie regelrecht in Panik. Manchmal reichte schon der Anblick einer Einkaufstüte - und die 17 Wochen alte Hündin floh. Immer wieder war sie auf der Flucht, manchmal tagelang, und versteckte sich in den Wäldern. Nichts und niemand kam an sie heran.

Erziehungskurse und Trainingsstunden brachten keine Veränderung. Die Meinungen reichten von „nichts mehr zu machen“ bis „Gehirntumor“.

Das war 2001.

Sc hneeHeute mag ich nicht daran denken, wie mein Leben mit diesen beiden Hunden aussehen würde, hätte ich damals aufgegeben. Durch Kaiko und Banshu habe ich mehr von Hundeerziehung erfahren und weit mehr über Hunde gelernt, als ich je geahnt hätte.

Inzwischen bin ich selbst als Hundetrainerin tätig. Lob und Anerkennung von Trainerkollegen und -Ausbildern für meine Hunde - für Bindung und Erziehung, ihr friedliches, ausgeglichenes Wesen und für meinen respektvollen Umgang mit ihnen -, bestärken mich in dieser Entscheidung immer wieder aufs Neue.

Bis heute habe ich die Arbeitsweisen vieler Hundeschulen und -Trainer kennen gelernt, zahlreiche Fortbildungsseminare und -Workshops besucht und Praktika bei namhaften Hundetrainern absolviert. Doch meine besten Lehrmeister waren diese beiden Hunde.

FelsKaiko und Banshu begleiten mich überall hin – ob auf Reisen zu Seminaren, in die Stadt oder auf den Hundeplatz, wo sie entspannt neben Artgenossen dösen. Und selbst in noch so wildreichen Gegenden können sie stets ohne Leine laufen – und das entgegen aller einstigen "Erziehungsratschläge" ohne den Einsatz von Starkzwangmitteln, die für mich nicht in Frage kommen.

Unser Verhältnis basiert auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen.

Und auch wenn in der Erziehung eines Akita aufgrund seines stolzen, starken und eigenwilligen Charakters niemals die "Perfektion" vieler anderer Hunderassen erreicht werden kann, so können sie heute alle Freiheiten genießen, die ihnen ein artgemäßes Hundeleben ermöglichen.

Das war mein Ziel.

AutoUnd das sind auch mein Anspruch und meine Zielsetzung in meiner Tätigkeit als Hundeerzieherin: die Erziehung sozial und Umwelt sicherer Familien- und Begleithunde in einer vertrauens- und respektvollen Gemeinschaft mit ihrem Menschen - um beiden ein harmonisches Zusammenleben mit vielen Freiheiten zu ermöglichen.

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© 2012 Gabriele Kaiser

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